In einem aktuellen Beitrag hat DiePresse am 24. August 2026 sieben typische „Zeitfresser“ im Büro zusammengefasst, die Beschäftigte und Teams wiederkehrend Produktivität und Arbeitszufriedenheit kosten. Die Liste ist keine wissenschaftliche Studie, sondern eine Synthese gängiger Beobachtungen aus Management‑Ratgebern und Verhaltensforschung. Angesichts zunehmender Hybridarbeit, digitaler Tools und engerer Termindruckzyklen ist das Thema für österreichische Betriebe weiterhin hochrelevant: Unterbrechungen, ineffiziente Meetings und ungeklärte Rollen verschieben täglich Arbeitslast und Entscheidungswege.
Das Stück verzichtet auf neue empirische Zahlen; stattdessen ordnet es etablierte Erkenntnisse ein — etwa zur begrenzten Aufmerksamkeitskapazität — und verweist auf klassische Hilfsmittel wie die Eisenhower‑Matrix für Priorisierung. Für Personalverantwortliche und Führungskräfte liegt der Wert des Beitrags im Zuspitzten: Er benennt wiederkehrende Muster und schlägt pragmatische Gegenmaßnahmen vor, die sich in vielen Organisationen sofort umsetzen lassen.
- DiePresse veröffentlichte am 24. August 2026 einen Beitrag von Michael Köttritsch mit dem Titel „Sieben lästige Zeitfresser im Büro“.
- Die sieben im Beitrag genannten Zeitfresser sind: Benachrichtigungen/Unterbrechungen, schlecht geführte Meetings, Multitasking, Perfektionismus, kurze Unterbrechungen durch Kolleg:innen, mangelnde Priorisierung (Eisenhower‑Prinzip) und unklare Stellenbeschreibungen/Überschneidungen.
- Der Beitrag verweist auf etablierte Quellen wie Daniel Kahnemans Forschung zur begrenzten Aufmerksamkeitskapazität und auf das Eisenhower‑Urgent‑vs‑Important‑Prinzip zur Priorisierung.
- Der Artikel ist eine Ratgeber‑Zusammenfassung und enthält keine neuen empirischen Messdaten über den quantitativen Zeitverlust durch diese Faktoren.
Die sieben Zeitfresser: Was DiePresse nennt und warum es relevant ist
DiePresse benennt sieben Kategorien von Zeitverlust: 1) Pop‑ups, Benachrichtigungen und ständige Unterbrechungen; 2) schlecht vorbereitete oder unnötige Meetings; 3) Multitasking; 4) Perfektionismus, der zu Verzögerungen führt; 5) Kolleginnen und Kollegen, die „nur kurz“ stören; 6) mangelnde Priorisierung — hier wird die Unterscheidung von dringend vs. wichtig (Eisenhower) empfohlen; 7) unklare Stellenbeschreibungen und Überschneidungen in Zuständigkeiten. Diese sieben Punkte korrespondieren mit Themen, die auch in Managementliteratur und Studien regelmäßig auftauchen.
Konkret ist die Relevanz dreifach: Erstens beeinflussen wiederkehrende Unterbrechungen die kognitive Leistung — ein Befund, der sich mit Arbeiten zur Aufmerksamkeitsökonomie deckt. Zweitens sind Meetings sowohl potenzieller Nährboden für koordinative Effizienz als auch für Zeitverschwendung, wenn Agenda und Ziel unklar sind. Drittens zeigen Rollenunsicherheit und fehlende Priorisierung organisatorische Lücken, die in Summe mehr Zeit kosten können als einzelne Ablenkungen.
Warum Aufmerksamkeit zählt: Bezug zur Verhaltensforschung
DiePresse zitiert die Arbeit von Daniel Kahneman zur begrenzten Aufmerksamkeitskapazität; dieser Befund ist in der Forschung fundiert: Menschen haben nur eine begrenzte Menge an ‚aufmerksamkeitsökonomischer‘ Kapazität, und häufiges Task‑Switching führt zu Effizienzverlusten. Das bedeutet für den Büroalltag, dass vermeintlich kleine Unterbrechungen — ein E‑Mail‑Ping, ein kurzer Flurfunk, ein ‚Kannst du mal eben…?‘ — kumulativ substantielle Produktivitätskosten verursachen können.
Kahnemans Perspektive erklärt auch, warum Multitasking selten die versprochene Produktivitätssteigerung bringt. Stattdessen wird Arbeitsaufwand auf mehrere Aufgaben verteilt, die länger dauern und anfälliger für Fehler sind. Organisationen, die das berücksichtigen, strukturieren Arbeit so, dass Phasen konzentrierter Tätigkeit möglich werden — etwa durch feste, störungsfreie ‚Deep Work‘‑Zeiten oder durch zentrale Regeln für Benachrichtigungen.
Konsequenzen für Unternehmen und Führungskräfte
Für Unternehmen hat die Identifikation dieser Zeitfresser direkte organisatorische Implikationen. Unklare Aufgabenzuordnung (Punkt sieben) führt nicht nur zu Doppelarbeit, sondern auch zu Entscheidungsstaus. Fehlende Priorisierung (Punkt sechs) verwandelt Dringendes in Dauerzustand und verhindert strategische Arbeit. Diese strukturellen Mängel lassen sich oft nicht allein durch individuelle Disziplin beheben; sie benötigen organisatorische Regeln, klare Rollenprofile und Führungskompetenz.
Bei Meetings (Punkt zwei) sind Maßnahmen wie standardisierte Agenden, klar festgelegte Zeitfenster und strikte Einladungskriterien immediately wirksam. Die Kosten ineffizienter Besprechungen sind weniger abstrakt: Sie manifestieren sich in verlorenen Stunden und in sinkender Arbeitszufriedenheit — Faktoren, die langfristig Fluktuation und Know‑how‑Verlust begünstigen können.
Praktische Gegenmaßnahmen im Büroalltag
DiePresse schlägt bewährte Maßnahmen vor, die vielfach in HBR‑ und Managementempfehlungen auftauchen: Benachrichtigungen zeitlich bündeln, feste Zeiten für E‑Mail‑Bearbeitung einführen, Meetingkultur reformieren (Agenda, Ergebnisorientierung), Prioritäten anhand der Eisenhower‑Matrix setzen und Zuständigkeiten schriftlich klären. Solche Maßnahmen sind pragmatisch und oft kostengünstig umzusetzen — von einer internen Guideline bis zur Umstellung der Kalenderregeln.
Für Führungskräfte empfiehlt sich ein systemischer Blick: Prozesse sollten so gestaltet sein, dass sie Autonomie und Klarheit zugleich schaffen. Rollenprofile aktualisieren, Erwartungsklärungen in Mitarbeitergesprächen verankern und ein Verständnis für ‚Fokuszeiten‘ in der Teamkultur etablieren, sind Schritte mit unmittelbarer Wirkung. Technologie kann helfen, ist aber kein Ersatz für klare organisatorische Regeln.
Was offenbleibt: Datenlücken und Weiteres, das geprüft werden sollte
Der DiePresse‑Beitrag liefert keine neuen Messwerte darüber, wie viele Stunden genau betriebliche Zeitfresser kosten. Wer solche Zahlen präsentieren will, muss auf empirische Erhebungen zurückgreifen — etwa Studien zu Meeting‑Dauer oder zu Zeitverlust durch digitale Unterbrechungen, die von Beratungsfirmen und Forschungshäusern publiziert werden. Die Redaktion empfiehlt, für eine vertiefte Analyse entsprechende Studien hinzuzuziehen.
Zudem bleibt die Frage, wie sich die Wirkung einzelner Maßnahmen in spezifischen Branchen und Arbeitsorganisationen unterscheidet; was in einem technologiezentrierten Start‑up wirkt, ist nicht automatisch auf eine Verwaltungseinheit übertragbar. Eine gezielte Evaluation im eigenen Haus — etwa Pilotprojekte mit veränderten Meetingregeln oder Messung von Fokuszeiten — ist ratsam, bevor weitreichende Kulturreformen umgesetzt werden.
Fazit: Kleine Maßnahmen, sichtbare Effekte
Der Beitrag von DiePresse fasst bekannte, aber relevante Probleme zusammen und bietet pragmatische Ansatzpunkte für Betriebe in Österreich und darüber hinaus. Die Herausforderung ist weniger, die Probleme zu benennen, als sie systematisch anzugehen: klare Rollen, Prioritäten und eine disziplinierte Meetingkultur können den Alltag erheblich entlasten.
Organisationen sollten dabei nicht nur individuelles Zeitmanagement fördern, sondern strukturelle Bedingungen schaffen, die konzentriertes Arbeiten ermöglichen. Für Personalverantwortliche bedeutet das: analysieren, priorisieren, ausprobieren — und die Wirksamkeit der Maßnahmen messen, bevor sie breit eingeführt werden.
IO SYNTHESE
ARTIKELANALYSE AUS DREI QUELLEN
DiePresse veröffentlichte am 24. August 2026 einen Beitrag von Michael Köttritsch mit dem Titel „Sieben lästige Zeitfresser im Büro“.
OPEN EVIDENCE ↗Die sieben im Beitrag genannten Zeitfresser sind: Benachrichtigungen/Unterbrechungen, schlecht geführte Meetings, Multitasking, Perfektionismus, kurze Unterbrechungen durch Kolleg:innen, mangelnde Priorisierung (Eisenhower‑Prinzip) und unklare Stellenbeschreibungen/Überschneidungen.
OPEN EVIDENCE ↗Der Beitrag verweist auf etablierte Quellen wie Daniel Kahnemans Forschung zur begrenzten Aufmerksamkeitskapazität und auf das Eisenhower‑Urgent‑vs‑Important‑Prinzip zur Priorisierung.
OPEN EVIDENCE ↗✓ QUELLEN UND DOKUMENTE
01 diepresse.com ↗02 forbes.com ↗03 loqal.io ↗Quellen zuletzt geprüft · 26.08.2026, 21:10Dieser Beitrag wurde von der ZEITUNG.IO Redaktion erstellt und geprüft. Bei neuen gesicherten Informationen wird er aktualisiert.